Erfahrungsbericht:
Dreiwöchige Studienfahrt nach Bursa /
Türkei
von Michael Stolzenbach & Rafael Macias
Die zweijährige Ausbildung zum Maschinebautechniker beinhaltet eine
Projektarbeit, bei der die Schüler in Gruppen eine technische Problemstellung
in Zusammenarbeit mit einer Firma aus dem Bereich des Maschinenbaus bearbeiten,
und zu diesem Thema eine schriftliche Ausarbeitung erstellen. Zum Abschluss
dieser Projektphase werden die einzelnen Themen präsentiert.
Für die Schüler der Vollzeitform besteht seit einigen Jahren
die Möglichkeit diese Projektphase mit einem Schüleraustausch
in der Türkei zu verbinden. Die Partnerschule des Hans-Böckler-Berufskolleg
ist die „Hürriyet Ahadolu Teknik“ in Bursa.
Auch in diesem Jahr reisten 7 Schüler mit zwei Betreungslehrern
nach Bursa.
Bei den Firmen Coskunöz und Kinay fanden sie, dank der Vorbereitung
seitens der türkischen Schule, geeignete Themen für eine Projektarbeit.
Die Projektarbeit fand vom 19. Januar bis zum 07. Februar statt.
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Die Teilnehmer:
(von links)
Schüler:
Stephan Göbel
Rafael Macias
Peter Friesen
Jochen Weber
Zöhre Gülmez
Fatih Balta
Stefan Schwalm
Betreuer:
Jürgen Lucks
Michael Stolzenbach
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| Anreise und Unterbringung Am Samstag den
17. Januar reiste die Gruppe in die Türkei. Vom Flughafen Köln
ging es nach Istanbul, wo wir von Lehrern der Partnerschule begrüßt
wurden. Weiter ging es mit einer dreistündigen Busfahrt über
den Bosporus nach Bursa.
Bursa liegt im asiatischen Teil der Türkei und befindet sich in cirka
20 Kilometer Entfernung vom Marmarameer.
Bei unserer Ankunft war es bereits später Abend. Nach dem Essen bezogen
wir das Hotel, wo man sich für die nächsten Wochen einrichtete.
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Die Verpflegung
Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Frühstück
gab es im Hotel. An den Werktagen wurde durch die Projektfirmen das Mittagessen
gestellt. Abends wurde individuell gegessen, wozu die zahlreichen Restaurants
in der Stadt immer wieder einluden. Oftmals wurden wir von türkischen
Lehrern abgeholt und zum Essen eingeladen.
Hier ein paar Eindrücke: |
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Die Stadt Bursa
Bursa ist eine Stadt mit cirka 2 Millionen
Einwohnern. Die Stadt liegt in einem Tal am Fuße des Berges Uludag
in Nähe zum Marmarameer. Das Klima ist in etwa mit unserem vergleich-bar
, jedoch sehr wechselhaft.
Bei der Ankunft zeigte sich das Wetter herbstlich mild und sonnig. Bereits
nach vier Tagen wurde ein großer Teil der Türkei (und auch
Bursa) eingeschneit. Dieses Wetter hielt die nächsten zwei Wochen
an! Zum Schluss zeigte Bursa sich dann wieder mit bestem Frühlingswetter.
Bursa ist eine aufstrebende Industriestadt, die vor allem wegen ihrer
Textilindustrien bekannt ist. Wenn man vom Berg Uludag auf Bursa herabschaut
sieht man deutlich, wie sich rechts und links der Innenstadt große
Industriegebiete erstrecken. Diese Gebiete wachsen mit einer rasanten
Geschwindigkeit, überall wird gebaut.
Durch die vielen Firmen mit ihren Arbeitsplätzen haben sich viele
Zuwanderer aus Rumänien, Ungarn, Russland und anderen baltischen
Staaten in Bursa niedergelassen haben. Die Bewohner von Bursa sind also
ein buntes Gemisch vieler unterschiedlicher Völker.
Der Umgang mit den Einheimischen war sehr angenehm. Gastfreundschaft wird
hier großgeschrieben. Da Bursa als touristisches Ziel nicht bekannt
ist, sind Fremde hier eine Ausnahme. Viele waren deshalb freundlich, und
neugierig uns kennenzulernen.
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Sehenswürdigkeiten / Freizeitgestaltung
Natürlich wurde in der Türkei nicht nur gearbeitet.
Bursa ist eine historische Stadt.
Schon zu Zeiten der Seidenstraße war Bursa ein bekanntes Handelszentrum.
Dementsprechend gibt es auch viele Sehenswürdigkeiten. Aber auch
ansonsten waren interessante Dinge in der Freizeit zu entdecken.
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| In der Altstadt
gab es viele
Moscheen zu besichtigen. |
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Traumhafte
Ausblicke nach
einer Seilbahnfahrt auf den Uludag…. |
| …. manche
nutzen den
Berg zum Snowboarden. |
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Die Basare
und Straßenmärkte
waren ein Erlebnis. |
| Erholung konnte
man jederzeit in
den zahlreichen Thermalbädern finden… |
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… oder
einfach durch die Stadt
schlittern und sich treiben lassen! |
| Am Marmarameer
wurden wir
zum Fischessen eingeladen. |
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Projektfirmen / Themenvorstellung
Wie bereits erwähnt, erklärten sich zwei Firmen bereit, den
Schülern die Projektarbeiten zu ermöglichen Wir wollen hier
kurz die Firmen und die Projektthemen vorstellen.
Coskunöz
Die Firma Coskunöz ist ein Holding Gesellschaft mit unterschiedlichsten
Produkten und Standorten. Im Werk in Bursa werden hydraulische Pressen,
Presswerkzeuge (meist für die Kfz-Industrie) und Schweißautomaten
mit induktiver Arbeitsweise hergestellt. Zudem werden auf den eigenen
Anlagen Zulieferteile produziert.
Bei Coskunöz
(www.coskunoz.com.tr)
arbeiteten zwei Teams:
Ein dreiköpfiges Team beschäftigte sich mit einem Druckübersetzer
für eine Schweißanlage. Das Gerät, in dem sich pneumatische
und hydraulische Elemente befinden, wird häufig wegen Undichtheit
reklamiert. Für die Firma entstehen hohe Folgekosten durch Garantieansprüche
der Kunden. Die Schüler überprüften das Aggregat und fanden
geeignete Maßnahmen dieses Problem zu beheben.
Zwei angehende Techniker sollten den Werkzeugwechsel der Presswerkzeuge
optimieren. Bisher werden die sehr schweren Werkzeuge mit hohem Personaleinsatz
und hohem Zeitaufwand gewechselt.
Die Gruppe konstruierte eine neue Hebevorrichtung und eine Rollbahn zum
Verfahren der Werkzeuge. Es wurde insbesondere darauf geachtet eine sichere
Anlage zu entwerfen, die der Unfallverhütungsvorschrift entspricht.
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Herr Balta bei der Demontage
des Druckübersetzers |
Die Schüler „residierten“
in einem
großzügigen Büro |
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Kinay
Die Firma Kinay
(www.kinay.com.tr)
ist ein kleines Ingineurbüro mit 13 Mitarbeitern.
Kinay konstruiert Sondermaschinen für die unterschiedlichsten Industriezweige.
Als Projektthema hatten zwei Schüler hier eine Vorrichtung zu entwerfen.
Diese Vorrichtung soll den Montageprozess einer Magnetspule für
einen Kfz-Anlasser teilautomatisieren. Die Arbeitsbedingungen waren
hier aus mehreren Gründen nicht immer optimal, das Projekt konnte
aber in Deutschland zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden.
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3-D Darstellung der Montagevorrichtung |
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Die Rückreise
Samstagmorgens um 6 Uhr traten wir die Rückreise an. Die Busfahrt
nach Istanbul verzögerte sich erheblich. In allerletzter Minute erreichten
wir unseren Flieger nach Köln, wo wir nachmittags heil landeten.
Diesmal fuhren wir mit der Fähre über den Bosborus. Der Ausblick
auf Istanbul mit seinen vielen Moscheen war beeindruckend.
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Resümee
Nach drei Wochen waren wir also wieder zu Hause und hatten noch eine weitere
Woche Zeit bis zur Abgabe der Ausarbeitungen. Die Projektarbeit ist wohl
für alle Schüler (auch für die in Deutschland gebliebenen)
mit einem gewissen Stress verbunden.
Die Türkeireisenden werden jedoch, neben den erfolgreichen Projekten,
viele neue Eindrücke und Erfahrungen in Erinnerung behalten. Das
Klima unter den Teilnehmern war sehr gut, und wir haben dort sehr viel
gelacht.
Die Gastfreundschaft der türkischen Lehrer war beeindruckend. Wir
wunderten uns wie viel Zeit man sich für uns nahm. Sehr oft wurden
wir zum Essen eingeladen und hatten einige schöne Abende. Die Vorstellung
in der Partnerschule dauerte einen ganzen Vormittag, weil alle Schüler
wenigstens einen Teil der deutschen Gäste kennenlernen wollte. Auch
in den Firmen war man immer bemüht uns zu helfen. Wir haben die Türken
als freundliche und humorvolle Menschen kennengelernt.
Wenn man einen Wunsch hatte, konnte man sich mit allen Dingen immer an
Herrn Ömer wenden. Er kümmerte sich immer um alles. So besorgte
er unseren Betreuungslehrern einen Mietwagen, mit dem sie zu einer abenteuerlichen
Fahrt in die nahegelegenen Berge aufbrachen. Es waren wohl nur die Schnee-ketten
im Kofferraum, die die Beiden am nächsten Vormittag heil in unserem
Hotel wieder ankommen ließen!! Nach durchfrohrener Nacht im eingeschneiten
Auto verschwand man erst mal unter der heißen Dusche….
Zum Schluss möchten wir uns bei allen Verantwortlichen bedanken,
die uns diese Reise ermöglicht haben. Ganz besonders danken wir natürlich
den türkischen Lehrern für ihre Gastfreundschaft. Wir haben
uns alle vorgenommen, uns im Juli diesen Jahres zu revanchieren. Dann
sind wieder Schüler aus Bursa zu Besuch in Köln.
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Michael Stolzenbach - 12. März 2004
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